Dr. Ursula Karloswski

 

Seit meinem Biologiestudium engagiere ich mich in verschiedenen Naturschutzorganisationen. Schwerpunkte stellen für mich die Themen Regenwaldschutz und Wildnisentwicklung dar. In Rostock liegen mir die Themen Moorschutz, Schweinswalschutz, der Erhalt der Sölle und der Erhalt der naturnahen Flächen im Stadtgebiet am Herzen.

Seit dem Frühjahr 2009 bin ich Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. Im Juni 2009 wurde ich in die Bürgerschaft der Hansestadt Rostock gewählt und bin Mitglied im Agenda21 – Rat der Stadt.

Im Folgenden stelle ich meine Schwerpunkte für die Arbeit in der Bürgerschaft vor: 

In Rostock werden über 20% des Stadtgebietes landwirtschaftlich oder als Garten genutzt, ein Teil dieser Flächen stellt derzeit wertvolles Brachland dar. Ich setze mich dafür ein, dass für diese Offenland-Bereiche eine stärkere Ausrichtung an Zielen des Arten- und Biotopschutzes stattfindet. Im Vergleich zu anderen Bundesländern sind derzeit in unserem Bundesland nur wenige Programme aufgelegt, die den Natur- und Artenschutz der offenen Landschaft in ihrer Zielsetzung berücksichtigen. Ich setze mich auf Landesebene dafür ein, dass die Agrarpolitik sich stärker als bisher an Zielen des Arten- und Naturschutz sowie an Prinzipien der Nachhaltigkeit ausrichtet.

Die Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in die Natur ist ein irreversibler Vorgang. GVO können sich mit Wildpopulationen kreuzen mit unabsehbaren Folgen. Eine andere Gefahr geht von den chemischen Inhaltsstoffen der GVO aus. Zum Beispiel produziert der Bt-Mais durch eine genetische Veränderung ein Gift, das der Bekämpfung von \\\"Schadinsekten\\\" dienen soll, jedoch auch viele andere Arten, wie Schwalbenschwanz, Tagpfauenauge in ihrer Entwicklung beeinträchtigt oder gar tötet. Durch GVO wird die Biodiversität unseres Planeten gefährdet. Daher spreche ich mich für ein generelles Freisetzungs-Verbot gentechnisch veränderter Organismen aus. Rostock als gentechnikfreie Region besitzt hier bereits Modellcharakter.

In der Ostsee kämpfen die vom Aussterben bedrohten Schweinswale um ihr Überleben. Jedes Jahr werden tote Schweinswale an unsere Strände gespült, ein Großteil davon starb in den Netzen der Fischer. Ein trauriger Rekord war das Jahr 2007: Fast 60 tote Schweinswale wurden an der Küste von M-V offiziell registriert, womit sicherlich nur die Spitze des Eisbergs erfasst worden ist. Ich setze mich dafür ein, dass mit einer Neuausrichtung der Fischereipolitik des Landes und mit der Einführung schonender Fangtechniken allen Meeresbewohnern ein Überleben ermöglicht wird.

Einen besonderen Schutz verdienen unsere Sölle. Ich setze mich dafür ein, dass für diese wertvollen Biotope Pufferstreifen  wiedereingerichtet werden.

Die Rostocker Heide, das Warnowtal und die Stoltera sind Teil eines europaweiten Schutzgebietsnetzes, sie sind geschützt nach der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie. Derzeit werden Managementpläne erstellt, für die Rostocker Heide liegt ein solcher Plan bereits vor. Ich setze mich dafür ein, dass die Umsetzung dieser Pläne sichergestellt wird und dass ein kontinuierliches Monitoring stattfindet. Nur so können Erfolge im Natur- und Artenschutz festgestellt werden und bei Misserfolgen Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Ich setze mich dafür ein, FFH- und Vogelschutzgebiete mit Pufferzonen zu umgeben und eine Vernetzung zu ermöglichen.

Der übermäßige Fleischkonsum ist verantwortlich für die Vernichtung von Biodiversität: Denn für die Fleischproduktion werden riesige Urwaldgebiete in den Tropen zerstört. Hier wird für unser Konsumverhalten die ungeheure Artenvielfalt von Regenwäldern komplett geopfert, denn vielfach werden Tropenwaldflächen für neue  Rinderweiden gerodet. Auch die Produktion von Futtermitteln hat ihren Anteil an der Zerstörung der Regenwälder: Wälder werden gerodet, um Sojabohnen oder Maniok anzubauen. Beides landet dann in den Futtermischungen für unsere Rinder und Schweine. Daher spreche ich mich für ein tägliches Wahlangebot vegetarischer Gerichte zum Beispiel in Kantinen, Schulessen und Mensen in Mecklenburg-Vorpommern aus.

Mit jedem Sack Blumenerde verschwindet ein Stück ursprünglicher Natur: Torf wird noch immer in großem Stil aus unseren Mooren gewonnen, die meisten Blumen- und Gartenerden enthalten Hochmoortorf. Durch den Torfabbau verlieren selten gewordene Tier- und Pflanzenarten täglich an Lebensraum, ihre Populationen schrumpfen. Ich setze mich dafür ein, dass es auch in Rostock torffreie Garten- und Blumenerden zu kaufen gibt. 

Ich setze mich dafür ein, dass beim Ausbau der erneuerbaren Energien Kriterien der Nachhaltigkeit und des Naturschutzes Vorrang vor energiepolitischen Strategien haben.

 



Tätigkeit: Stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Stadtteil: Steintor-Vorstadt
Mitglied seit: 2009

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